Angstzustände mit der Antibabypille?

Die Antibabypille ist das Medikament, das weltweit am häufigsten verschrieben wird. Es funktioniert über die Hormone, die den Zyklus steuern. Das aber bedeutet auch, dass es zu Nebenwirkungen können kann. Die Hormone steuern nämlich nicht nur deinen Zyklus, sondern damit einhergehend auch deine Stimmungslagen.

Wichtige Fakten zur Pille und deinen Hormonen

Grundsätzlich können alle Medikamente Nebenwirkungen haben und das trifft natürlich auch auf die Pille zu. Diese Nebenwirkungen können sich unter anderem auf deine Stimmungen auswirken, denn diese werden häufig hormonell gesteuert.

Die Pille selbst erzeugt ihre Wirkung zur Schwangerschaftsverhütung darüber, dass sie in die Produktion bzw. Freisetzung der Sexualhormone eingreifst. Dabei geht es vor allem um Östrogen und Progesteron. Diese steuern den Zyklus, darüber hinaus aber auch deine Gefühlszustände.

Neben deinen Hormonen gibt es noch andere Einflüsse auf deine Gefühlslagen. Diese hängen sehr oft mit deiner Ernährung zusammen. Das heißt, wenn diene Ernährung dir wichtige Stoffe vorenthält, wie zum Beispiel die Vitamine B6 und B12, können sie den Effekt der Pille noch verstärken. Dann können sich Angstzustände und sogar Depressionen entwickeln.

Ein Weg, dem entgegenzuwirken, ist es, dir die wichtigen Nahrungsbestandteile zuzuführen. Das geht über eine zielgerecht gesteuerte Ernährung oder aber über Nahrungsmittelzusätze. Eine zielgerichtete Ernährung hat ihre Vorteile, da dabei vor allem natürliche Nahrungsmittel eingesetzt werden. Das Problem ist jedoch, dass es dabei keinesfalls sicher ist, dass dir die fehlenden Bestandteile in der benötigten Menge zur Verfügung gestellt werden.

Verwendest du dagegen Nahrungsmittelzusätze, dann sind sie direkt auf den täglichen Verbrauch zugeschnitten. In einem solchen Fall werden dir die richtigen Bestandteile in der richtigen Menge zugeführt. Das kann die Auswirkungen des hormonellen Einflusses der Pille lindern oder sogar ganz verhindern.

Nun heißt das nicht, dass du auf jeden Fall mit Nahrungsmittelzusätzen gegen deine Gefühlslagen ankämpfen musst. Wir alle fühlen uns von Zeit zu Zeit ein wenig eingeschüchtert und besorgt. Das kann an der Arbeit oder an einer bevorstehenden Prüfung liegen. Es gibt jedoch Momente, an denen es besser ist, mit der Ernährung oder mit Nahrungsmittelzusätzen zu arbeiten.

Wann ist es angezeigt, die eigene Ernährung gezielt umzustellen oder mit Zusätzen zu arbeiten? Das ist immer dann der Fall, wenn es nicht mehr um natürliche Angstmomente geht. Wenn du keine Prüfung vor dir hast, wenn du nicht zu deinem ersten Date gehst oder wenn deine Arbeit dich nicht herausfordert, dann solltest du entspannt sein. Wenn du dich aber nicht entspannen kannst, wenn dich die Angst anfliegt und dein Leben beherrscht oder wenigstens negativ beeinflusst, dann musst du etwas tun.

Wie sehen Angstzustände aus?

Angstzustände sind immer mit einigen besonderen Gefühlen und Wirkungen verbunden, die sich bemerkbar machen Das beginnt damit, dass du nicht mehr schlafen kannst. Du hast dann entweder Schwierigkeiten dabei, einzuschlafen, du wachst häufig auf oder dein Schlaf verläuft nicht mit der richtigen Qualität. Am Ende bist du dann immer abgespannt und motivationslos. Du hast keine Energie und bist ständig müde.

Du empfindest immer wieder Angstattacken. Dann erschreckt dich alles und du befindest dich im Dauerstress. Du hast Angst, dein Auto zu fahren, denn du könntest einen Unfall haben. Du malst dir aus, wie dein Fernseher explodiert, wenn du ihn einschalten möchtest. Jedes Geräusch lässt dich zusammenfahren.

Du bist ständig über etwas besorgst, doch du weißt nicht, was es ist. Alles versetzt dich in Stress. Du denkst, du kannst die Prüfung nicht bestehen, dein Chef wird mit dir unzufrieden sein oder du wirst krank. All das führt dazu, dass du weniger und weniger unternimmst und dich mehr und mehr in dich selbst zurückziehst.

Alles reizt dich. Deine Freunde gehen dir auf deine Nerven. Du wirst wütend, sobald jemand in deiner Familie etwas Falsches sagt. Du fühlst dich von allem unter Druck gesetzt und weißt nicht, wie du diesem Stress entfliehen kannst. Du möchtest nur noch allein sein und hast gleichzeitig Angst vor der Einsamkeit.

Du bist ständig nervös. Du spielst mit deinem Kugelschreiber, deinen Haaren oder du zitterst. Du kannst dich einfach nicht mehr beruhigen und du hast keine Kontrolle mehr über dich. Dein Herz schlägt dir bis zum Hals und du fühlst dich eingeengt. Du möchtest nur noch nach draußen stürmen und es fühlt sich so an, als könntest du keine Luft mehr bekommen.

Dann kommen die Bauchschmerzen. Irgendetwas bereitet dir ein solches Unbehagen, dass selbst deine Verdauung nicht mehr funktioniert. Deine Bauchschmerzen wechseln sich mit deinen Gängen ins Badezimmer ab. Egal, was du tust, ob du nun Tee trinkst oder dich hinlegst, es wird nicht besser.

All diese Symptome sind alarmierend, doch solange sie nur vereinzelt auftreten, sind sie kein Problem. Sie werden nur dann bedenklich, wenn sie entweder ständig vorhanden sind oder aber regelmäßig, immer zur gleichen Zeit in deinem Zyklus, auftauchen.

Pille, PMS und Angstzustände

Deine Sexualhormone steuern deinen Zyklus, doch sie steuern auch dich. Es ist nachgewiesen, dass Frauen in der Zeit der Fruchtbarkeit mehr Sex wollen. Wenn sie dagegen Schwanger sind, dann beschützen sie ihr Baby, indem sie von gefährlichen Aktivitäten abstand nehmen. Deine Hormone machen dich also aggressiver, offener, passive und sogar ängstlich.

Die Pille greift steuernd in deinen Zyklus ein, damit du nicht fruchtbar bist. Da die Hormone, die mit dem Zyklus verbunden sind, dein Verhalten bzw. dein Empfinden steuern, greift die Pille auch darin ein. Ein anderes Beispiel für den Einfluss ist PMS.

PMS, das prämenstruelle Syndrom, steht für die Umstellung deiner Hormone in deinem Körper, wenn deine Regel beginnt. Das heißt, die Hormone in deinem Körper machen eine Achterbahnfahrt durch und deine Gefühle folgen ihnen dabei.

Die Pille greift in deinen Zyklus ein, indem sie künstliche Hormone in dein Blut bringt. Diese verändern deinen Hormonspiegel in deinem Blut und das bleibt nicht ohne Auswirkungen. Die Pille setzt vor allem Östrogen und Progesteron frei. Diese sorgen für ihre eigene Achterbahnfahrt in deinem System, bis sich dieses mit der Zeit stabilisiert.

Wenn dein Blut viel Östrogen enthält, wird dadurch Serotonin freigesetzt. Das Serotonin sorgt dafür, dass du dich glücklich fühlst. Das gilt für den natürlichen Zyklus. Wenn du dagegen nun Östrogen künstlich deinem Blut zusetzt, dann sorgt das für ein ständiges Auf und Ab. Dabei wechseln sich Zeiten von Glücklichkeit mit Zeiten von Angst und Depressionen ab. Dieses Auf und Ab kann aber auch nur in eine Richtung ausschlagen und dann werden deine ängstlichen und depressiven Gefühle erheblich verstärkt.

Das Ganze lässt sich auch so beschreiben: Wenn du ein Auf erlebst, weil du Östrogen zuführst, folgt daraufhin ein Tief, weil es dann ausbleibt. Dieses Tief wird nun aber aufgrund des vorangegangenen Hochs stärker wahrgenommen und kann dann sogar deine Stimmung deutlich mehr verschlechtern, als es das Tief allein vermag. Das Resultat ist, dass deine Stimmung in den Keller fällt und dort bleibt.

Vitamine B6, Vitamin B12, Vitamin C zur Stabilisierung

Vitamin B6 und B12 haben ihrerseits einen nachgewiesenen Einfluss auf deine Hormone, besonders auf das Serotonin. Es wird daher von Forschern vorgeschlagen, beide vitamins B6 und B12 einzusetzen, um die Stimmung bei Betroffenen zu stabilisieren. Das kann zum Beispiel über Nahrungsergänzungsmittel erreicht werden.

Neben Östrogen geht es auch um Progesteron. Dieses Hormon sorgt dafür, dass du dich entspannen kannst. Damit sorgt es unter anderem auch dafür, dass du tief und fest schläfst. Wenn es dagegen nicht ausreichend vorhanden ist, sorgt es für Schlaflosigkeit und Angstzustände sowie für eine erhöhte Reizbarkeit.

Ein Auf und Ab des Progesterons wirkt am Ende wie das Auf und Ab des Östrogens. Das Auf ist an sich gut, doch die Wahrnehmung des Hochs verstärkt dann den Effekt des Tiefs. Das heißt, das Auf und Ab in deinem Hormonspiegel führt zu einer Verstärkung der negativen Seite.

In deiner Wahrnehmung wird nun alles als Druck und Stress wahrgenommen. Dabei mag sich diese Wahrnehmung abschwächen und wieder verstärken, doch sie kann nicht mehr dauerhaft verschwinden. Hier lässt sich mit Vitamin C arbeiten.

Vitamin C ist in der Lage, sowohl den Progesteronspiegel, als auch den Anteil des Dopamins in deinem Blut zu stabilisieren. Leider jedoch hat die Pille die Nebenwirkung, den Vitamin C Anteil in deinem Blut abzusenken. Das heißt, die Antibabypille sorgt einmal für eine Achterbahn des Progesteronspiegels und zugleich zu einer Senkung der Menge des Vitamin C in deinem Blut. Das verstärkt dann den Achterbahneffekt.

Wenn du also mit Nahrungsmittelzusätzen arbeiten möchtest, dann solltest du auch darauf achten, dass sie entsprechende Mengen Vitamin C enthalten. Damit können sie dir auch in Bezug auf das Progesteron helfen.

Ein weiteres Problem wurde im Gehirn selbst festgestellt. Der Teil, der für die Regulierung der Gefühle zuständig ist, wird ebenfalls durch die Pille beeinflusst. Bei Frauen, die regelmäßig damit verhüten, ist dieser Bereich weniger ausgeprägt. Das heißt, es fällt ihnen schwerer, ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten.

Was kannst du tun?

Dir bleiben nun drei Möglichkeiten, wie du darauf reagieren kannst. Welcher Weg der richtigen für dich ist, hängt davon ab, wie stark du betroffen bist. Wenn die Angstzustände dein Leben erheblich negativ beeinflussen und du sogar unter Panikattacken leidest, dann solltest du sofort ärztliche Hilfe suchen.

Wenn die Angstzustände nur selten auftreten und immer mit konkreten Situationen in deinem Leben zusammenhängen, dann brauchst du nichts zu unternehmen. In diesem Fall sind die Gründe ersichtlich und natürlich.

Wenn dein Leben negativ beeinflusst ist, doch du noch nicht unter Panikattacken leidest, solltest du dagegen aktiv werden. Es stehen dir mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Als erstes musst du jedoch feststellen, ob tatsächlich die Antibabypille dafür verantwortlich ist. Das geht einfach dadurch, dass du dein Leben unter die Lupe nimmst.

Neben der Pille, kann es einfach dein Geschlecht sein, das zu den Angstzuständen führt. Studien haben bewiesen, dass Frauen ungefähr doppelt so ängstlich sind wie Männer. Das liegt an dem allgemeinen Verhalten, den Unterschieden in den Hormonen und der Art, wie mit den Problemen umgegangen wird. Während Männer Probleme angehen und so die Stressverursacher ausschalten, verinnerlichen Frauen den Stress eher. Das führt dann mit der Zeit zu Angstzuständen.

Neben dem Geschlecht kommt es auch auf die Gene bzw. auf die Kindheit an. Manche Leute haben einfach mehr Angst als andere. Darüber hinaus haben manche Leute eine schwerere Kindheit durchlebt, die zum Beispiel traumatische Erlebnisse enthielt, und sind dann als Erwachsene einfach ängstlicher.

Wer viel in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, kann ebenfalls Angstzustände entwickeln. Facebook und Co bringen es mit sich, dass wir uns ständig mit anderen vergleichen. Dabei sind wir meistens mit uns selbst nicht ehrlich. Wir vergleichen uns in einem negativen Moment, wir sind gerade gelangweilt und allein, mit unseren Freunden in einem glücklichen Moment, denn sie machen gerade ein Foto von sich. Da können wir nicht gewinnen, doch das verstehen viele nicht. Was dann davon für uns zurückbleibt, ist ein Gefühl der Unzulänglichkeit.

Dann ist da noch unser Lebensstil. Wer viel Kaffee trinkt, ist leicht nervös. Wer in einer schlechten Beziehung lebt, wird ängstlich. Wer ständig Stress in der Arbeit hat, hat auch emotionale Probleme. Wer krank ist, wird schnell depressiv.

Du musst für sich nun erst einmal abklären, warum du deine Angstzustände bekommst. Wenn du keine anderen Ursachen in deinem Leben finden kannst, dann liegt es wahrscheinlich an der Pille. Jetzt ist es an dir, zu reagieren.

Als erstes solltest du Achtsamkeit erlernen. Das heißt, du lernst es, dich zurückzulehnen, und dich in deiner Umgebung wahrzunehmen. Das geht zum Beispiel, indem du dich einfach nur für ein paar Minuten hinlegst. Versuch nicht, einzuschlafen. Höre auf das, was dich umgibt. Versuche, die Geräusche zu identifizieren und einer Ursache zuzuordnen. Mit der Zeit baust du damit innere Ruhe und Selbstbewusstsein auf.

Bewege dich. Wenn du ein wenig Sport treibst oder einfach nur einen Spaziergang machst, hast du Zeit, dich zu beruhigen. Du kannst in Ruhe nachdenken und dabei auch die Achtsamkeit üben, indem du dir die Umgebung einfach nur ansiehst. Nimm die Dinge wahr und versuche sie, mit jedem Detail in dir aufzunehmen.

Die Bewegung sorgt darüber hinaus dafür, dass deine Durchblutung verbessert wird. Stresshormone werden abgebaut und du sorgst für eine bessere Sauerstoffversorgung in deinem Gehirn. All das bewirkt, dass du dich danach besser beruhigen und in der Nacht besser schlafen kannst.

Sprich dich aus. Es hilft immer, wenn du dich mit jemanden darüber unterhältst, was dich bedrückt. Oftmals reicht es schon, die Dinge nur einmal darzulegen. Bevor du sie jemandem mitteilen kannst, musst du sie in deinen Gedanken zuerst einmal ordnen. Das sorgt schon dafür, dass bestimmte Probleme einfach nicht mehr so schlimm aussehen. Wenn du dann darüber sprichst, findest du oftmals automatisch Lösungen. Wenn du siehst, dass dich jemand mit deinen Problemen annimmt und dich nicht verurteilt, fühlst du dich besser. Darüber hinaus kann dir jemand anderes immer auch gute Ratschläge geben, denn die andere Person steckt nicht mitten in den Problemen. Damit hat sie einen besseren Überblick.

Probiotika, Wechsel der Pille, Nahrungsergänzungsmittel

Ernähre dich mit Probiotika. Oftmals werden unsere Gefühle auch dadurch beeinflusst, wie wir unsere Nahrung in uns verdauen. Die Verdauung hängt von den Bakterien in unserem Darm ab und diese können ruhig einmal durcheinandergeraten. Dagegen gehst du mit Probiotika an. Mit der Zeit bringt das deine Darmflora in das richtige Gleichgewicht und das hellt auch deine Stimmung auf.

Wechsel die Pille. Nicht jedes Präparat wirkt bei jedem in der gleichen Weise. Die eine Pille mag bei dir Ängste auslösen. Eine andere Marke dagegen mag bei dir ohne Nebenwirkungen bleiben. Probiere also ein wenig, bis du etwas findest, was besser bei dir funktioniert.

Wenn das alles nicht hilft, dann ändere deine Ernährung. Wenn das ebenfalls nicht ausreicht, dann gibt es Nahrungsergänzungsmittel, die dir helfen. Damit werden dir die nötigen Vitamine B6, B12 und Vitamin C zugeführt und damit dein Hormonhaushalt stabilisiert.

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